Die Chronik des DRK Ortsverein Durlach e.V.

Im Jahr 1859 entstand aus den Erkenntnissen des späteren Friedensnobelpreisträgers Henry Dunant bei der Schlacht von Solferino die Idee des Roten Kreuzes, einer organisierten Hilfseinrichtung für Verwundete und Verletzte. Baden unterzeichnete unter der Großherzogin Luise als erster Staat die Internationalen Genfer Konventionen für Verwundete und Verletzte und gehörte somit zu den Gründungsmitgliedern. Zur gleichen Zeit wurde in Karlsruhe der Badische Frauenverein gegründet.

1898: Freiwillige Sanitätskolonne Militärverein Durlach
1898: Freiwillige Sanitätskolonne Militärverein Durlach

Nach den Wirren des Krieges von 1870/71 begann man in vielen Ortsteilen und Städten mit der Gründung von örtlichen Sanitätsgruppen. So wurde auch in Durlach die Notwendigkeit solcher örtlicher Gruppen gesehen, um die Zivilbevölkerung besser versorgen zu können.

1899: Sanitätsübung als Abschluss der Sanitätsausbildung bei Wilferdingen
1899: Sanitätsübung als Abschluss der Sanitätsausbildung bei Wilferdingen

Im Jahre 1891 wurde daher in Durlach auf Anregung des Militärvereins eine öffentliche Unterrichtung in Erster Hilfe unter dem Namen "Sanitätskolonne der Militärvereine" ins Leben gerufen. Erster Leiter dieser Sanitätskolonne war Reallehrer Römele. Die inzwischen gewachsene Durlacher Organisation wurde mit Beschluss des Abgeordnetentages des Badischen Militärvereins am 18.06.1911 in Heidelberg als Sanitätskolonne dem Deutschen Roten Kreuz unterstellt. Zusammen mit den Bereitschaftsärzten Dr. Blesch und Dr. Geyer fungierte Max Eglau als erster Kolonnenführer, dem 1913 Gustav Fader folgte. In diesen Jahren wirkten Dr. Deis, Dr. Schlemmer und Dr. Hoppe als Bereitschaftsärzte.

1926: Gruppenbild anlässlich 34-jährigem Bestehen der Freiwilligen Sanitätskolonne Durlach
1926: Gruppenbild anlässlich 34-jährigem Bestehen der Freiwilligen Sanitätskolonne Durlach

Eine erste große Bewährungsprobe überstand die Gruppe in den Jahren des Ersten Weltkrieges, als freiwillige Helfer der Gruppe dem Feldlazarett und dem Bahnhofsdienst zur Verfügung gestellt wurden. Im Jahr 1923 übernahm Ernst Derrer das Amt des Kolonnenführers, dem 1929 Rudolf Meier folgte. Der damalige ärztliche Betreuer und Chefchirurg des Durlacher Krankenhauses, Dr. Alfred Ribstein, hat bis zu seinem frühen Tode im Jahre 1939 in vielen Erste-Hilfe-Kursen hervorragende Arbeit für die Weiterentwicklung der Ortsgruppe Durlach und für die Ausbildung der Bevölkerung geleistet.

1931: Gruppenbild anlässlich Stiftungsfest und Fahnenweihe der Freiwilligen Sanitätskolonne Durlach
1931: Gruppenbild anlässlich Stiftungsfest und Fahnenweihe der Freiwilligen Sanitätskolonne Durlach

Seit 1931 besteht ebenfalls eine weibliche Bereitschaft, die aus dem Badischen Frauenverein hervorgegangen ist. Zusammen mit den verbliebenen männlichen Kameraden wurden diese weiblichen Helferinnen auch in den Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges zu Luftschutz-, Lazarett- und Bahnhofsdienst eingesetzt. Hauptsächlich hat sich dabei die Arbeit auf Evakuierungs- und Verpflegungsmaßnahmen in Durlach und Karlsruhe konzentriert.

1935: Erste Ausbildung von Schwesternhelferinnen im Dritten Reich
1935: Erste Ausbildung von Schwesternhelferinnen im Dritten Reich

Nach dem Kriege stellten sich die Ärzte Dr. Leimbach, Dr. Franke, Dr. Walter sowie Dr. Maurer für die Bereitschaft zur Verfügung. Nachfolger von Rudolf Meier im Amt des Bereitschaftsführers wurde 1956 Ernst Spathelf und später Phillip Schmidt. Nach 1962 wurde die Bereitschaft von Willi Edelmann geführt, dem Franz Horatschek folgte.

1966: 75 Jahre Rote Kreuz Durlach "Bereitschaft 3m / Bereitschaft 3w"
1966: 75 Jahre Rote Kreuz Durlach "Bereitschaft 3m / Bereitschaft 3w"

Nach kurzer Führungszeit ging die Leitung an Herbert Warter über, der das Amt 1976 abgab. In die Amtszeit von Herbert Warter fallen so wichtige Ereignisse wie der erste "Tag der guten Tat" in Karlsruhe-Durlach, oder auch der Einzug in das in eigener Arbeit renovierte Haus in der Amthausstraße.

1976: Tag der guten Tat, rechts im Bild Ehrenbereitschaftsleiter Herbert Warter
1976: Tag der guten Tat, rechts im Bild Ehrenbereitschaftsleiter Herbert Warter

Bis zur Wahl des Bereitschaftsleiters leitete Horst Schneider kommissarisch die Helfer/Innen des Roten Kreuzes. Von 1997 bis 2000 lag das Amt des Bereitschaftsleiters in den Händen von Bernhard Warter. Ihm standen nach dem Tod von Dr. Maurer die Ärzte Dr. Geiger, Dr. Placzek und Dr. Elser als Bereitschaftsärzte zur Seite.

1973: "Zeitzeugen" - Erste-Hilfe-Teilnahmebescheinigung eines Mitglieds
1973: "Zeitzeugen" - Erste-Hilfe-Teilnahmebescheinigung eines Mitglieds

Im Jahr 1977 fand die feierliche Übergabe des damaligen Krankentransportwagens mit dem Rufnamen "1/23" statt. Bei der Übergabe waren der Ehrenbereitschaftsführer Herbert Warter, der Ortsvorsteher Horst Holzer sowie der Bereitschaftsführer Bernhard Warter anwesend (im Bild von links nach rechts).

1977: Feierliche Übergabe des damaligen Krankentransportwagens "1-23"
1977: Feierliche Übergabe des damaligen Krankentransportwagens "1-23"

Mit einem eigenen Wagen konnte die Bereitschaft Durlach am Fasching 1979 aufwarten. Nach dem Motto "Schwerverletzt? Nee - Bikini geplatzt" fuhr der damalige KTW "1-23" auf dem Fastnachtsumzug als Wagen 72 mit.

1979: Eigener Mottowagen beim Fastnachtsumzug 1979
1979: Eigener Mottowagen beim Fastnachtsumzug 1979

Bereits 1981 war das Durlacher Rotkreuz nicht mehr aus dem Altstadtfestgeschehen wegzudenken. Ob Sanitätsdienst oder in der Bewirtung - Hamburgerbräterei, belegte Brötchen und Getränkeverkauf oder auch beim Spielebereich mit dem "Heißen Draht" - ein großes und schlagfertiges Team meisterte das Fest. Damals, 1981, hatte das Durlacher Altstadtfest seinen 5-jährigen Geburtstag und der Besucherstrom wollte nicht nachlassen.

1981: Mitwirkung beim 5. Durlacher Altstadtfest
1981: Mitwirkung beim 5. Durlacher Altstadtfest

Im Jahre 1982 bei der Blutspendeveranstaltung in der Friedrich-Realschule waren wieder viele Helfer aus den umliegenden Bereitschaften dabei. Nach einem erfolgreichen Jahr darf natürlich auch die Jahresabschlussfeier nicht fehlen. Angefangen beim Nachmittagskaffee bis hin zur Weihnachtsansprache - nicht zu vergessen: der Gabentisch zur Bescherung.

1982: Ein erfolgreiches Jahr - Impressionen von der Blutspende sowie der Weihnachtsfeier
1982: Ein erfolgreiches Jahr - Impressionen von der Blutspende sowie der Weihnachtsfeier

Nachdem bis zum Jubiläumsjahr des 100-jährigen Bestehens im Jahre 1991 kein eigenständiger Ortsverein Durlach des Deutschen Roten Kreuzes bestand, hat man sich entschlossen, diesen eigenständigen Ortsverein zu gründen.

1991: Festakt anlässlich 100-jährigem Bestehen des Roten Kreuzes Durlach
1991: Festakt anlässlich 100-jährigem Bestehen des Roten Kreuzes Durlach

Die offizielle Gründung wurde im Rahmen des Festaktes zum 100-jährigen Bestehen der Bereitschaft Durlach am 27.04.1991 vorgenommen. Im Geiste der Grundsätze des Roten Kreuzes leisten die Durlacher Helferinnen und Helfer seit nunmehr 100 Jahren humanitäre Arbeit für die Bevölkerung in Durlach und anderen Gebieten.

1991: Festredner Sozialministerin Barbara Schäfer, KBL Günter Held und BL Bernhard Warter
1991: Festredner Sozialministerin Barbara Schäfer, KBL Günter Held und BL Bernhard Warter

 Die Aufgaben werden in jedem Jahr vielfältiger, wie in besonderem Maße auch die aktuellen Ereignisse beweisen. Aus diesem Grunde war Bernhard Warter seit seinem Amtsantritt als Bereitschaftsleiter mit gutem Erfolg bemüht, auch die jüngere Generation zur aktiven Mitarbeit in der Bereitschaft heranzuziehen und zu motivieren.

1996: Katastrophenschutzübung auf dem Gelände der Firma Auto Böhler in Durlach
1996: Katastrophenschutzübung auf dem Gelände der Firma Auto Böhler in Durlach

Nur so konnte die Mitwirkung im Rettungsdienst, im Katastrophenschutz, bei den jährlichen Blutspendeterminen, beim Durlacher Altstadtfest und bei anderen Veranstaltungen gesichert werden.

1996: Mitwirkung im Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Öffentlichkeitsarbeit
1996: Mitwirkung im Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Öffentlichkeitsarbeit

Die Beteiligung an kreisweiten Aktionen wie beispielsweise Butteraktion und Russland-Hilfe waren für die Bereitschaftsaktiven eine Selbstverständlichkeit. Herausragend und weit über die Grenzen von Durlach hinaus bekanntgeworden sind die 1984 erstmalig abgehaltenen "Durlacher Gesundheitstage", einer Mischung aus Gesundheitsausstellung mit den Krankenkassen und medizinischen Fachvorträgen. Zum Erfahrungsaustausch mit Partnergruppen finden seit 1987 Treffen mit Nancy und seit 1990 auch mit Halle statt.

1990: Erstes Treffen mit einer Delegation des Partner-Rotkreuz aus Halle an der Saale
1990: Erstes Treffen mit einer Delegation des Partner-Rotkreuz aus Halle an der Saale

Die guten Erfolge der Bereitschaft Durlach beruhen bis heute somit sowohl auf der freiwilligen Mitarbeit der Helferinnen und Helfer als auch der finanziellen Unterstützung durch die Durlacher Bevölkerung.

 

Ein Erfolg der freiwilligen Mitarbeit stellte sich unter anderem auch die im Jahre 1999 begonnenen Vorträge während der Herzwoche als herausragender Event für die Durlacher heraus.

1999: Unter dem Motto "Schach dem Herzinfarkt" - Durlacher Herzwoche vom 01.-08. November
1999: Unter dem Motto "Schach dem Herzinfarkt" - Durlacher Herzwoche vom 01.-08. November

Bei der Blutspendeaktion im Jahr 2000 konnten wir in Durlach den 5.000 Blutspender in der Friedrich-Realschule begrüßen. Das Blutspendeaufkommen hat sich ab dem Jahre 1990 jährlich gesteigert, im Jahr 2000 hatte das DRK die höchste Erstspenderquote - 30 freiwillige Erstspender. Die Ehrungen 4.999 - 5.000 - 5.001 wurden durch den damalige Bereitschaftsarzt Dr. Gerhard Bühler, die damalige stellvertretende Vorsitzende Ute Bühler, KBL Bernhard Warter sowie Blutspendereferent Bernd Zimmermann vorgenommen.

2000: Ehrung des 5.000ten Blutspender in der Friedrich-Realschule Durlach
2000: Ehrung des 5.000ten Blutspender in der Friedrich-Realschule Durlach

Wir alle sind zuversichtlich, dass die Bereitschaft mit dieser Unterstützung auch in den kommenden Jahren die gute Arbeit zum Wohle der Durlacher Bevölkerung fortsetzen und insbesondere den Bereich Jugendrotkreuz und die Breitenausbildung erweitern kann. Am 28.03.2000, nach 24 Jahren Bereitschaftsleitertätigkeit, gibt Bernhard Warter das Amt in die Hände seines bisherigen Stellvertreters Frank Nordwig.

Einsatzfahrzeuge im Wandel der Zeit...
Einsatzfahrzeuge im Wandel der Zeit...

Am 25.04.2000 fand auf dem Areal des Durlacher Weiherhofs die erste Durlacher Leistungsschau der Rettungsorganisationen statt. Anlässlich dieses Events wurde der LKW Betreuung an die DRK Einsatzeinheit II Karlsruhe-Ost feierlich übergeben.

2000: Erste Durlacher Leistungsschau der Rettungsorganisationen auf dem Areal des Weiherhofs
2000: Erste Durlacher Leistungsschau der Rettungsorganisationen auf dem Areal des Weiherhofs

Am 01.09.2001 veranstaltete der DRK Ortsverein Durlach e.V. zusammen mit dem Jugendrotkreuz Durlach und dem Bürgerverein Durlach die gemeinsame Aktion "Münzen für mehr Menschlichkeit - Geben Sie uns den Rest. Diese bundesweite Rotkreuzkampagne startete ebenfalls am 01.09.2001 und kommt mit dem vollen Spendenvolumen nationalen Projekten wie der Betreuung von Obdachlosen, der Förderung der Breitenausbildung und der Jugendförderung zu Gute.

2001: Münzen für mehr Menschlichkeit - Geben Sie uns den Rest!
2001: Münzen für mehr Menschlichkeit - Geben Sie uns den Rest!

Während dem Festakt zum 125-jährigen Bestehen der Volksbank Durlach eG durfte Ortsvereinsvorsitzender Bernhard Warter am 18.06.2002 den neuen automatischen externen Defibrillator (Frühdefibrillationsgerät) der Firma Schiller in Empfang nehmen.

2002: Spendenübergabe eines Defibrillators anlässlich 125-jährigem Bestehen der Volksbank
2002: Spendenübergabe eines Defibrillators anlässlich 125-jährigem Bestehen der Volksbank

Kontakt

Ortsverein Durlach e.V.

Amthausstraße 6

76227 Karlsruhe

Mail: info@drk-durlach.de

 

Wir brauchen Dich - mach mit - ehrenamtlich im DRK!
Wir brauchen Dich - mach mit - ehrenamtlich im DRK!

Ausbildungsabend:

 

Die Ehrenamtlichen sind an jedem 2. und 4. Dienstag eines Monats ab 20.00 Uhr für Sie direkt erreichbar.